Erstaunlich, wie häufig Kleinigkeiten untergehen... Gerade wenn man länger mit einem Vogel zusammenlebt, merkt man oft erst rückblickend, wo „komisch“ eigentlich schon anfing. Ich hatte mal einen Ziegensittich, der plötzlich immer auf nur einer Stange saß – voll unscheinbar erstmal, aber rückblickend hatte der kleine Kerl da schon Probleme mit den Krallen. Hätte ich damals die Krallen nicht irgendwann zufällig kontrolliert… Na, egal.
Was Drucilla anspricht mit der ganzen Umgebung: Das unterschätzen (oder verdrängen?) viele. Zum Beispiel Temperaturwechsel nach Lüften oder unterschiedliche Luftfeuchte – ich hab mal mit so nem simplen Hygrometer aus dem Baumarkt rumexperimentiert, und die Werte waren manchmal richtig grenzwertig. Ab 35% Luftfeuchte geht bei mir sofort der Notfallplan an, weil die Wellis dann einfach röcheln. Stress durch Geräusche ist auch nicht ohne: Ich kenn jemanden, der musste seinen Ara umstellen, weil der Papagei vor der Spülmaschine alles verweigert hat – null Bock auf Fressen, Näpfe umgeworfen, war echt kein Spaß.
Tierarztbesuche… sind natürlich Regel, klar, aber mal ehrlich: Bei den meisten von uns gilt ja immer noch „erst wenn’s schlimm ist“ – sorry, aber das ist gegen die Regeln. Preventiv heißt nicht, dass man erst reagiert, wenn’s schon fast zu spät ist. Wer seine Vögel hält, muss auch regelmäßig checken lassen, Punkt. Gilt für Einzeltiere genauso wie für Schwärme, auch wenn’s Aufwand macht. Wer das nicht einsieht, setzt die Gesundheit aller aufs Spiel, und das ist nunmal nicht diskutabel.
Ich frag mich manchmal, inwieweit wir durch Routinen echte Eigenarten der Tiere übersehen oder einfach drüberweggehen – gibt’s sowas wie ein „Pflichtprogramm“ zum Beobachten, oder bleibt das immer so ’n bisschen Bauchgefühl-Sache? Was macht ihr ganz konkret, damit euch auch winzige Veränderungen nicht durchrutschen?